Buteyko-Methode

Dr. Buteyko stellte bei seinen chronisch kranken Patienten Hypokapnie (CO2 -Mangel) fest und sah die chronische Hyperventilation (bei Verstellung des Atemzentrums) als Ursache für viele Krankheiten.

Er betonte die Schädlichkeit von Stress und seinen Folgen.

Übermäßiges Atmen erzeugt Hyperventilation:

In der Lunge und im arteriellen Blut sinkt der (Kohlendioxid) CO2 -Partialdruck, während es zu einer nur geringeren Zunahme des arteriellen (Sauerstoff) O2 – Partialdrucks kommt – die zwei wichtigen Atemgase geraten in ein Ungleichgewicht.

Das geschieht oft in Stress-Situationen, ein weit verbreitetes Phänomen, und wird den betroffenen Menschen meist nicht bewusst. Es kommt zu einer chronischen Hyperventilation.

Nun wird das biochemische Gleichgewicht des Körpers grundlegend gestört, denn

  • die Sauerstoffversorgung der Zellen ist erschwert. Freie Radikale entstehen durch anaerobe Zellatmung.
  • Die glatten Muskulaturen, unter anderem die der Bronchien und Blutgefäße können sich zusammenziehen. Es entsteht das Bedürfnis, noch mehr zu atmen und die Organdurchblutung ist nicht optimal gewährleistet.
  • Das Bicarbonat Puffersystem, zum Auffangen von PH-Schwankungen, erfährt Einschränkungen.

Die Buteyko Atemtechnik kann zu einer besseren Sauerstoffversorgung verhelfen und kann das biochemische Gleichgewicht im Körper wiederherstellen. Diese Entspannung wird als leichteres Atmen wahrgenommen.

Nach einer bestimmten Übungszeit soll sich das Atemzentrum wieder an das normale Niveau anpassen. Wenn die Balance wiederhergestellt ist, kann der Organismus seine eigentliche Energie und Abwehrkraft zurückgewinnen – ganz entspannt.

Grundsätzlich zur Methode:

Das Erlernen einer entspannten Atmung, vor allem in Stresssituationen, dient jedem Menschen. Die Buteyko-Atemmethode ist somit auch vorbeugend für alle sinnvoll!

Auf dem Weg zu Besserung und Heilung hat sich die Atemmethode besonders bewährt bei:

  • Hyperventilation
  • Asthma
  • Mundatmung
  • Herz-Kreislaufprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Bluthochdruck
  • Stressbedingte Atemprobleme, paradoxe Zwerchfellatmung
  • Chronischer hartnäckiger Husten
  • Bronchitis
  • Heuschnupfen, chron. Schnupfen, Sinusitis
  • Schlafstörungen
  • Schnarchen
  • Apnoe
  • Panikattacken, Angstzustände
  • Stressbedingte Spannungszustände

Gruppenkurs oder Einzelunterricht?

In den Gruppenkursen habe ich bisher stets eine unglaublich gute Atmosphäre und Dynamik erfahren, welche sich unter den Teilnehmern entwickelte. Alle haben ein gemeinsames Thema – die Atmung. Und alle haben eine individuelle Geschichte. Die gegenseitige Unterstützung, Bestätigung oder Anspornung führt zu mehr Sicherheit und ist für sich bereits fast ein Kurs-Programmpunkt.

Jedoch ist die Entscheidung für einen Einzelunterricht ebenso wertvoll, da es bei bestimmten Anliegen Sinn macht, dass ich mich ganz allein auf diese Person konzentriere.

Was unterscheidet ein Kurs für Kinder von den normalen Kursen?

  • Voraussetzung ist, dass ein Elternteil die Buteyko-Methode mit erlernt, um die Übungen ihrer Kinder beobachten und korrigieren zu können.
  • Theorie und Praxis sind spielerisch auf die Kinder zugeschnitten. Eventuelle Fragen der Begleitperson werden natürlich individuell beantwortet.
  • Kinder konzentrieren sich nicht über mehrere Stunden auf ein Thema. Daher wird der Kurs auf mehrere Tage verteilt; zum Beispiel drei Stunden mit Pausen an drei Sonntagen
  • Zum Beispiel bei Gruppenkursen:
  1. Getrennter Informationstag für die Begleitperson mit Theorie zu der Methode und geleiteten praktischen Übungen.
  2. Kindgerechter Erklärung der Methode und praktische Übungen
  3. Übungen im Freien bei Bewegung und Sport

Grundlage ist die Atemtrainingsmethode nach Prof. Konstantin Buteyko, eine sehr wirksame Selbsthilfemethode, mit der man sein Atemmuster bewusst entspannen kann. Begleitend zur Therapie kann die korrekte Anwendung der Buteyko-Atemmethode den Organismus entlasten, da eine bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung in die Zellen erreicht wird. Bei Asthma und chronischem Schnupfen, aber auch bei vielen anderen gesundheitlichen Beschwerden (es werden etwa 180 Indikationen genannt) zeigt sich eine positive Wirkung. Damit wird klar, dass die Buteyko-Methode eine Methode zur grundsätzlichen Verbesserung der Gesundheit ist.

Dr. Konstantin P. Buteyko (1923-2003) studierte anfangs Maschinenbau, bis der zweite Weltkrieg das Studium unterbrach. Seine Kriegserfahrungen brachten ihn dazu nun Medizin zu studieren „die komplizierteste Maschine von allen“, wie er den menschlichen Organismus nannte.

Im dritten Ausbildungsjahr hatte er die Atmung von Kranken zu überwachen. Er verbrachte hunderte von Stunden damit, das Atemverhalten von schwerstkranken Patienten aufzuzeichnen. Dabei bemerkte er, dass ihre Atmung immer tiefer und hektischer wurde je näher der Tod kam. Schließlich konnte er aus der Atemweise des Kranken ziemlich genaue Voraussagen treffen, wie viele Stunden oder Tage dieser noch zu leben hatte.

Diese beeindruckende Erfahrung bestimmte, nach dem er mit Ehren promoviert hatte, seine zukünftigen Forschungen.

Buteyko ließ gesunde Personen für eine Zeit lang tief atmen und sah ihre Symptome, von Schwindel und Übelkeit über Keuchen und Husten bis hin zu Panik und Ohnmacht. Die Messung des Kohlensäuredioxidspiegels zeigte einen zu niedrigen Spiegel an. Er vermutete, dass demzufolge ein gesundes Leben mit einer ruhigen, möglichst reduzierten Atmung in Verbindung stehen müsste. (Mehr im Abschnitt “Buteyko-Methode”)

Mit der Erkenntnis, dass übermäßiges Atmen langfristig die Sauerstoffversorgung der Zellen und den Stoffwechsel negativ beeinflussen kann, entwickelte er eine spezielle Atemtechnik, zur Vermeidung aber auch zur Behandlung von Zivilisationskrankheiten.

Bei seinem Selbstexperiment gelang es ihm, sich selbst durch drastisch reduzierte Atmung von einem lebensgefährlich hohen Blutdruck zu heilen. Weitere Erforschungen ergaben, dass auch viele andere Krankheiten in Folge von tiefer, hektischer Atmung auftreten konnten. Das widersprach völlig der gängigen Meinung, dass tiefes Atmen eine bessere Sauerstoffversorgung gewährleiste und man dann gesünder sei. Das Gegenteil ist der Fall.

So war der entscheidende Zusammenhang zwischen der Entstehung von Asthma (und vielen anderen Krankheiten) und Hyperventilation gefunden. Der Schlüssel war das Kohlendioxid (CO2) im Blut. Dessen Niveau sinkt, wenn man zu viel atmet, auf einen zu niedrigen Pegel. Ein anstrengender Kompensationsprozess versucht nun auszugleichen. Das Atemzentrum reagiert auf die PH-Verschiebung. Es entsteht ein Teufelskreis. Die Rückstellung auf ein gesundes Niveau erfolgt durch diszipliniertes und achtsames Üben einer Mindervolumenatmung, mit Berücksichtigung von Ernährung und Lebensweise.

So führte Buteyko nun seit 1952 zahlreiche klinische Untersuchungen mit äußerst beeindruckenden Heilerfolgen durch, häufig begleitet von entsprechenden Kollegen-Anfeindungen und Ausschaltungsversuchen auf politischer Ebene. Die erste Studie zur Überprüfung seiner Methode erfolgte erst 1968. Die Anerkennung scheiterte. Erst 1980 wurde die Methode nach einer Studie in Moskau endlich offiziell bestätigt. Schließlich konnte Dr. Buteyko 1988 in Moskau die Buteyko Klinik gründen. Die Buteyko-Methode ist heute vom russischen Gesundheitsministerium offiziell als Asthmatherapie anerkannt. Sie ist aber weit darüber hinaus bei vielen anderen Krankheitsbildern höchst wirksam und mittlerweile in vielen Ländern verbreitet.

Konstantin Buteyko starb im Mai 2003, im Alter von 80 Jahren, vermutlich an den Spätfolgen einer Verletzung, die er bei einem Überfall 1998 erlitten hatte.

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